Neues BMF-Schreiben zur Nutzungsdauer von Computerhardware und Software

Das Bundesfinanzministerium hat am 26.02.2021 ein als Corona-Hilfsmaßnahme einzuordnendes, aber zeitlich unbefristet geltendes Schreiben veröffentlicht, nach dem die Nutzungsdauer von bestimmter Computerhardware (v. a. PCs, „Small-Scale-Server“ und Peripheriegeräte) und Software nicht mehr drei Jahre beträgt, sondern nur noch ein Jahr. Das Schreiben wurde durch ein aktualisiertes Schreiben vom 22.02.2022 ersetzt. Vorher waren verschiedene Unklarheiten deutlich geworden, wie z. B. die Frage, ob eine Abschreibung über zwölf Monate oder eine Sofortabschreibung gemeint ist.

In dem aktualisierten Schreiben wurde ein Teil der Unklarheiten beseitigt. Dies geschieht in einer etwas störrischen Manier, schafft aber weitgehenden Auslegungsspielraum zugunsten der Steuerpflichtigen. Andere Felder bleiben dagegen offen, z. B. was unter dem Begriff „Small-Scale-Server“ zu verstehen ist. Dass kein komplettes Rechenzentrum in einem Jahr abgeschrieben werden soll, liegt auf der Hand. Wo die Grenze liegen soll, bleibt hingegen im Dunkeln.

Festgelegt wird, dass keine besondere Form der Abschreibung, keine neue Abschreibungsmethode, keine Sofortabschreibung und kein Wahlrecht vorliegt. Dies ist nicht trivial, weil die Politik vorher eine Sofortabschreibung zugesagt hatte. So hat die Praxis die Regelung auch verstanden und sich in verschiedener Weise beholfen, z. B. mit einer Abschreibung über zwölf Monate, die bereits im Januar begann. Dem hat das Bundesfinanzministerium eine Absage erteilt. Immerhin wird es aber nicht beanstandet, wenn der Steuerpflichtige die Abschreibung im Jahr der Anschaffung oder Herstellung in voller Höhe vornimmt. Unter den gewöhnlichen Menschen gibt es hierfür eine griffige Formulierung: Sofortabschreibung. Auch ein verneintes Wahlrecht wird faktisch doch zugestanden – eine handwerklich wirklich saubere Formulierung wäre besser gewesen.

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